Problemzonen

Rom hat viele Problemzonen. Manche sieht man auf den ersten Blick, wie das krankende Müllentsorgungssystem, bei anderen muss man die Stadt schon besser kennen lernen, um sie zu peu à peu zu entdecken.

Der Busverkehr ist so ein Beispiel. Seine Tücken sind vielfältiger als man auf den ersten Blick denken mag. Zunächst einmal kann man sich glücklich schätzen, wenn tatsächlich einmal der angekündigte Bus zur angekündigten Zeit am angekündigten Ort auftaucht. Die Erfahrung zeigt: Die Wahrscheinlichkeit, dass dies nicht der Fall ist, steigt proportional zur Entfernung der Haltestelle zur Zivilisation.

Desweiteren fällt auch gerne in genau dem Bus die Klimaanlage aus, der am vollsten ist. Vornehmlich an Tagen mit Temperaturen um die 35 Grad. So kommt man nicht nur den Problemzonen der Stadt sondern auch denen ihrer Bewohner auf die Spur – ob man will oder nicht.

Und ob man will oder nicht: Zu guter Letzt entlarvt eine Busfahrt durch die ewige Stadt auch die eigenen Problemzonen. Selbst wer meint, das Wort zwar zu kennen aber persönlich damit nichts anfangen zu können, wird während eines Ritts in der 75 über die Viale Aventino eines besseren belehrt. Jede noch so mikroskopisch kleine Fettzelle am Körper der Mitfahrer setzt sich in Bewegung, wenn das graue Untier über Kopfsteinpflaster und Schlaglöcher Richtung Circus Maximus rast. Umrundet es das Colloseum kreisen die Gedanken bereits um diese Fitnessgeräte, die durch ordentliches Durchrütteln einen straffen Körper versprechen.

Jäh wird das Träumen von perfekten Strandnixen-Maßen von plötzlichen Schlägen unterbrochen –Angst macht sich breit, der lautstark klappernde und ächzende Bus könnte es nicht bis ans Ziel schaffen. Meistens ist diese Angst unbegründet. Und wer dann auf der Piazza dei Cinquecento, dem Vorplatz des Bahnhofs, vibrierend den Bus verlässt, hört letztendlich nicht mal mehr seine eigenen Gedanken. Eine Busfahrt in Rom macht nämlich nicht nur straff sondern in erster Linie taub.

2 Kommentare

  1. Cara Signorina, leggo molto volentieri i suoi articoli e naturalmente è tutto vero quello che scrive. Ma perché
    non dice niente di questa città che ha anche i suoi lati meravigliosi (per es. il Quartiere Coppedè) e le sue bellezze indiscutibili? Non ha avuto qualche bell’incontro con dei romani (lo so che anche loro sono d’accordo su tutto quello che Lei ha scritto) ma penso che ancora oggi ci siano anche cose positive di cui si possa dare
    informazioni.
    Mi scusi della libertà che mi sono presa, questa non è una critica ma un incoraggiamento a vedere anche i lati positivi.
    Cordialmente
    Anna Maria Buchheister

    • Cara Anna Maria,
      Grazie mille della sua email. È lei ha assolutamente ragione: Roma soprattutto è una città meravigliosa! Mi piace tantissimo vivere qua e voglio certamente scrivere anche delle cose che sono così belle. E ho già fatto („ewig herzliche Römer“/“Angst? Kennen die Italiener nicht“)
      Grazie per leggere il mio blog – e grazie del suo consiglio di essere un po‘ più positiva 🙂
      Saluti,
      Almut

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