Rom rüstet sich gegen den Terror

Die Abgeordnetenkammer in Rom hat am Donnerstag einer möglichen Unterstützung des Blitzschlags der USA gegen den so genannten Islamischen Staat in Libyen zugestimmt. Danach könnten die Amerikaner den italienischen Stützpunkt Sigonella auf Sizilien und auch den italienischen Luftraum für ihre Aktion in Sirte nutzen. Sigonella ist etwa 500 Kilometer von der libyschen Küste entfernt. Die USA hatten am Montag auf Bitten der international anerkannten Einheitsregierung in Tripolis mit Luftschlägen gegen den IS in Sirte begonnen. 

Die Entscheidung, den USA die Nutzung des Stützpunktes und des Luftraumes erlauben zu wollen, befeuert in Italien allerdings die Diskussion um die Sicherheit im Land. „Das ist keine sehr intelligente Idee“, sagte Luigi Di Maio, Vizepräsident der Abgeordnetenkammer und Mitglied der Fünf-Sterne-Bewegung am Donnerstag nach der Entscheidung. „Wenn das Risiko eines Terror-Anschlags bereits akut war, wächst es durch diese Erlaubnis noch weiter. Die Nutzung der Basen zu erlauben heißt, das italienische Volk nicht zu schützen“, so Di Maio.

Die Gegner der Entscheidung fürchten, dass Italien nun erst Recht ins Visier von Terroristen gerät. Der IS hatte schon oft in Propaganda-Videos die italienische Hauptstadt als mögliches Ziel von Attacken genannt. In Rom herrscht während des Heiligen Jahres ohnehin eine hohe Sicherheitsstufe. Botschaften, öffentliche Gebäude aber auch die Eingänge zu U-Bahnstationen werden vom Militär gesichert. Auch die Polizei ist in diesen Monaten omnipräsent. Nun wurde das Level noch einmal erhöht. Die Stadt rüstet auf, heißt es in den Nachrichten. Polizei und Carabinieri patroulieren durch die Stadt.

Vor allem an den beliebten Touristen-Zielen, wo sich naturgemäß vor allem jetzt in den Sommermonaten viele Menschen aufhalten. „Rom ist einfach schwer zu sichern“, sagt Cristian Salimbene. Der 32-Jährige ist seit vier Jahren Polizist in Rom und steht an diesem Donnerstag in einer Traube von Touristen vor dem Kolosseum. Die Zahl der Polizisten habe sich in den vergangenen Tagen und Wochen zwar nicht erhöht, sagt er. Er vermutet aber verstärkte verdeckte Ermittlungen. „Wir müssen einfach sehr aufmerksam sein. Und wir sind auf Hinweise angewiesen, wenn jemand etwas Verdächtiges beobachtet“, so Salimbene.

Sabine Pischke (51) und ihre Tochter Lisa (21) versuchen, keine Angst zu haben, wie sie selbst sagen. Die beiden Frauen sind an diesem Donnerstag in Rom angekommen und bleiben bis Sonntag. Das Militär, das das Bild der Stadt prägt, die Soldaten mit Maschinengewehr im Arm, das schrecke sie ab, sagt Sabine Pischke. „Aber dass hier viel Polizei ist, ist irgendwie beruhigend.“ Doch bei all den Anschlägen der letzten Wochen müsse man sich immer klar machen, dass es doch wahrscheinlicher ist, im Straßenverkehr umzukommen. „Und ganz ehrlich? Ich habe hier in Rom mehr Angst vor Taschendieben.“

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