Weiter so!

Nur eine Woche hat sie gedauert, diese Regierungskrise. Und nun ist irgendwie wieder alles beim Alten. Mit Paolo Gentiloni, dem bisherigen Außenminister Italiens, würde die Regierung Renzi fortgeführt – nur eben ohne den Ex-Ministerpräsidenten Matteo Renzi. Würde – denn noch muss Gentiloni vom Parlament als neuer Ministerpräsident bestätigt werden. Renzi, der am Mittwoch nach dem verlorenen Verfassungsreferendum offiziell zurückgetreten war, dürfte mit der Entscheidung von Staatspräsident Sergio Mattarella mehr als zufrieden zu sein. Gentiloni gilt als enger Vertrauter des Florentiners.

Mattarella hat mit dem Regierungsauftrag an Gentiloni eine besonnene Entscheidung getroffen, die vor allem ein Signal an die europäischen Partner ist: Mit Gentiloni kann Italien am Donnerstag beim Treffen des Europäischen Rates in Brüssel wieder als halbwegs verlässlicher Partner auftreten. Der außenpolitisch versierte Gentiloni wird ein würdiger Gastgeber sein bei den anstehenden Feierlichkeiten zur Unterzeichnung der Römischen Verträge vor 60 Jahren am 25. März in Rom und beim G7-Gipfel Ende Mai in Taormina. Neuwahlen wird es allein schon wegen dieser beiden Termine wohl nicht vor Juni 2017 geben.

Diese Zeit sollte von den Parteien genutzt werden, sich in Ruhe zu sortieren und den Wählern durchdachtere Konzepte vorzustellen, als dies in den „Neuwahlen, und zwar sofort“ – Rufen der vergangenen Woche geschehen ist. Und auch Renzi bekommt Zeit, sich vorzubereiten für den anstehenden Wahlkampf – zu dem er wie der Phönix aus der Asche wieder auf der Tanzfläche des politischen Parketts erscheinen könnte.

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